Verteilbarkeit in EMC Documentum

geschrieben von dwohrow
17. Februar 2009

verteilbarkeitViele Unternehmen agieren heutzutage weltweit. Ihre Mitarbeiter arbeiten an weit auseinander liegenden Standorten in der ganzen Welt, wodurch die Anforderungen an die IT-Infrastruktur besonders hoch sind.

Zum einen muss ein schneller Zugriff auf Dokumente gewährleistet werden, da dies ein wichtiges Kriterium für die Erreichung einer guten Nutzerakzeptanz darstellt. Zum anderen ist der weltweite Austausch von Dokumenten zur Förderung einer effizienten Zusammenarbeit zu ermöglichen. Es wird deshalb eine IT-Infrastruktur benötigt, die diesen Anforderungen Rechnung trägt.

Da es viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt, eine verteilte Umgebung im EMC Documentum Umfeld aufzubauen, werden nachfolgend die Grundprinzipien vorgestellt. Diese lassen sich je nach Anforderung und Aufwand (Kosteneinsatz) miteinander kombinieren.

Für den Aufbau einer verteilten Umgebung kommen diverse Verfahren und Techniken in Betracht:

  • Federations
  • Accelerated Content Service (ACS)
  • Remote Content Fileserver (RCS)
  • Branch Office Caching Services (BOCS)

Federations

Welche Komponente zum Einsatz kommen sollte, wird durch die Anforderungen bestimmt. Sollen verschiedene Standorte eigene Repositories besitzen und die Suche übergreifend von jedem Standort in jedem Repository möglich sein, dann muss jeder Nutzer Zugriff auf alle Repositories haben, also Mitglied sein. Damit nicht jeder Nutzer manuell den einzelnen Repositories hinzugefügt werden muss, kann das Aufsetzen einer sogenannten „Federation“ sinnvoll sein.

Innerhalb einer Federation wird ein Repository dazu verwendet, Nutzer, Gruppen und ACLs zu verwalten. Es wird als „Governing Repository“ bezeichnet. In diesem Repository wird üblicherweise kein Content abgelegt.

Von dem Governing Repository aus werden die Nutzer, Gruppen und ACLs mittels eines Documentum Jobs auf die anderen Repositories („Member Repositories“) automatisiert übertragen. Die folgende Abbildung stellt das Prinzip einer Documentum Federation dar:

skizze-federation3-kopie1

Der Einsatz einer Federation kann die Administration von globalen Nutzern, Gruppen und ACLs wesentlich erleichtern. Ob dieses Verfahren eingesetzt werden sollte, hängt aber auch von anderen Kriterien ab. Wenn nur die Synchronisation der Nutzer beabsichtigt ist (also keine Gruppen und ACLs), dann kann dies beispielsweise auch mittels eines LDAP Servers erfolgen, sofern es die Infrastruktur zulässt, dass alle Standort-Repositories darauf Zugriff haben.

Accelerated Content Service (ACS)

Bei einem weltweit agierenden Unternehmen spielt die Performance eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, eine gute Nutzerakzeptanz zu erreichen. Wenn die Entfernungen zwischen den einzelnen Standorten relativ groß sind, gewinnt die Performance der zur Verfügung stehenden Netzwerkverbindungen an Bedeutung. Wenn die Standorte der Firmen auf verschiedene Kontinente verteilt sind, kommen WAN-Verbindungen zum Einsatz. Das Abrufen von großen Datenmengen wird hier oft zu einem Geduldsspiel, was einer guten Nutzerakzeptanz nicht gerade zuträglich ist. Um die Auswirkungen von schlechten Netzwerkverbindungen zu reduzieren, kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht.

Bei den folgenden Betrachtungen wird davon ausgegangen, dass ein Webclient zum Einsatz kommt. Die Verwendung eines Fatclients wie beispielsweise der fme smartBar ist in bestimmten Szenarien ebenfalls möglich. Darauf wird an entsprechender Stelle hingewiesen.

Ein Webclient wie zum Beispiel der Documentum Webtop wird auf einem Application Server ausgeführt. Wenn ein Nutzer über den Webtop ein Dokument abruft, schickt dieser eine entsprechende Anfrage an den Documentum Content Server. Der Content Server antwortet darauf, in dem er den Content an den Application Server schickt, und dieser ihn wiederum an den Webbrowser des anfragenden Nutzers weiterleitet. Der „Umweg“ über den Application Server kostet Zeit und ist eigentlich nicht notwendig. Documentum hat zu diesem Zweck den „Accelerated Content Service“ (ACS) Server eingeführt. Dieser wird auf dem Content Server installiert und sorgt dafür, dass Content direkt zum Webbrowser auf dem Rechner des Nutzers übertragen wird, ohne den Umweg über den Application Server zu gehen.

Eine entsprechende Konfiguration des ACS Servers vorausgesetzt, bedient der Content Server eine Anfrage des Clients nach einem Dokument mit einer verschlüsselten URL. Der Client (Webtop) verwendet dann diese URL, um den Content vom ACS Server direkt abzurufen.

skizze-acs3-kopie3

Der Einsatz von ACS beschleunigt zwar generell das Abrufen von Content, hat aber als alleinige Maßnahme bei einem Szenario, in dem Standorte aus der ganzen Welt zugreifen, keine große Bedeutung. Um die Performance beim Übertragen von Content an Standorte zu verbessern, die über WAN-Verbindungen zugreifen, ist ein Ausbau der IT-Infrastruktur an den Standorten selbst notwendig.

Hierfür bieten sich folgende Konzepte an

  • Remote Content Server (RCS)
  • Branch Office Caching Services (BOCS)

Remote Content Server (RCS)

Eine Möglichkeit, die Performance an den Standorten zu verbessern, ist der Einsatz von sogenannten Remote Content Servern. Sie werden auch als Content-File Server bezeichnet, weil auf ihnen ausschließlich Content gespeichert wird, Metadaten hingegen nicht. Diese müssen gesondert verwaltet werden, was normalerweise in einer zentralen Datenbank geschieht, die am Hauptstandort der Firma steht.

Remote Content Server werden geografisch so platziert, dass sie im Einzugsgebiet von mehreren Clients liegen. Zum Beispiel könnte ein Remote Content Server in Houston aufgestellt werden, auf den Nutzer in Mexico City, Hebron, Ontario und Caracas zugreifen. Der Content wird mittels Replikationsjobs vom zentralen Content Server auf diesen Remote Content Server übertragen. Auf dem Remote Server wird ebenfalls ein ACS Server installiert.

D. h. der Abruf von Content erfolgt dann ebenfalls ohne den Umweg über den Application Server, also direkt vom Remote Content Server auf den Client.

Der Einsatz von Remote Content Servern beschleunigt den Zugriff der Standorte auf Dokumente, indem der Content repliziert und geografisch nah am Standort des Clients zur Verfügung gestellt wird, so dass Netzwerkprobleme sich weniger stark auswirken. In diesem Szenario ist der Einsatz eines Desktop-basierten Clients ebenfalls möglich.

skizze-rcs1-kopie

Eine weitere Komponente zur Steigerung der Performance beim Aufbau von verteilten Umgebungen stellen die Branch Office Caching Services dar. Im nächsten BLOG-Artikel zu diesem Thema wird das Konzept an sich sowie die einzelnen Features vorgestellt.

Weitere Informationen

www.fme.de

www.germany.emc.com

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